{"id":215,"date":"2015-04-09T21:54:20","date_gmt":"2015-04-09T21:54:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.petergroeflin.ch\/?p=215"},"modified":"2017-01-05T21:18:28","modified_gmt":"2017-01-05T21:18:28","slug":"eskalierende-identitaetskrise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.petergroeflin.ch\/?p=215","title":{"rendered":"Eskalierende Identit\u00e4tskrise"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer bin ich \u00fcberhaupt? Wozu bin ich auf und in dieser Welt? Aha, werden einige Schlaue nun denken. Den hat es erwischt. Klarer Fall. Midlife-Crisis. Der hat sicher schon alles erreicht im Leben und nun die grosse Leere. Sch\u00f6ne Frau, topgescheite und gutgelungene Kinder, grosse Villa, Superjob im Finanzbereich und f\u00fcr den Rest des Lebens ausgesorgt.<\/p>\n<p><strong>Alles erreicht?<\/strong><\/p>\n<p>Zwar eine naheliegende Beurteilung, aber sicher falsch. Jedenfalls in einzelnen Punkten. Erstens bin ich schon fleissig daran, dem eigentlichen Krisen-Zielpublikum altersm\u00e4ssig zu entfliehen. Dann liegt zweitens f\u00fcr mich die Midlife-Crisis-Probleml\u00f6sung schon seit einigen Jahren pfannenfertig bereit. Erprobt durch einige meiner mittelalterlichen und m\u00e4nnlichen Kollegen und Freunde: Da muss ein richtiger T\u00f6ff her. Nicht einfach ein\u00a0Motorrad &#8211; und sicher kein Roller. Nein, eine funkelnde, kraftstrotzende Maschine im vierstelligen Kubikbereich. Da w\u00e4re man wieder jemand, nach dem sich alle umdrehen w\u00fcrden, auf den man mindestens selber stolz sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Mein Doppelg\u00e4nger Walti<\/strong><\/p>\n<p>Aber drittens ist das Problem viel komplizierter. Es reicht nicht, dass ich schon seit Jahren regelm\u00e4ssig mit meinem Doppelg\u00e4nger \u2013 nennen wir ihn Walti &#8211; verwechselt werde. Manchmal ist die Verwechslung offensichtlich und ich kann sie im Ansatz sofort kl\u00e4ren. Dann gibt es aber Leute, mit denen f\u00fchre ich die interessantesten und engagiertesten Gespr\u00e4che, bis ich pl\u00f6tzlich merke, die sprechen ja gar nicht mit mir. Die sprechen mit Walti. Aber auch damit habe ich in all den Jahren langsam aber sicher leben gelernt.<\/p>\n<p><strong>G-R-\u00d6-F-L-I-N<\/strong><\/p>\n<p>Genug ist aber genug. Br\u00f6blin oder Br\u00e4blin soll ich nun heissen. Dabei hat meine Frau am Telefon den Namen klar und deutlich artikuliert. G-R-\u00d6-F-L-I-N. G wie Gustav, R wie Radrennen, \u00d6 wie \u00d6ffentlicher Verkehr, F wie Fritz, L, I, N. GGRR\u00d6\u00d6\u00d6FFLIN! \u201eAlles klar\u201c, t\u00f6nte es am anderen Ende der Leitung. \u201eDer Tisch wird reserviert. Bis morgen, Frau Br\u00f6blin\u201c.<\/p>\n<p><strong>Einen gewissen Stolz darf man haben<\/strong><\/p>\n<p>Gr\u00e4flein, Gr\u00e4flin, W\u00f6lflin, Gr\u00f6slin, R\u00f6sslin, R\u00f6sli. Mit all diesen Namen lebe ich schon lange und gut. Aber nicht BR\u00d6BLIN! Man darf doch noch einen gewissen Stolz haben.<\/p>\n<p><strong>Einfach Peter<\/strong><\/p>\n<p>Wenn schon niemand meinen Familiennamen erkennen oder sich merken kann, dann nehmt doch wenigstens den richtigen Vornamen. Einfach Peter. Sicher schon mal geh\u00f6rt. Peter, der Universal-M\u00e4nnervorname aus den 50er- und 60er-Jahren. So heissen alle mit nat\u00fcrlicher Glatze oder grauen Haaren. Wobei, wenn ich mir das so richtig \u00fcberlege, ist das eine wirkliche Lebensperspektive?<\/p>\n<p><strong>Ausweg aus der Krise<\/strong><\/p>\n<p>Leben mit einem Vornamen, wie ihn jeder Mann in meinem Alter tr\u00e4gt, und einem Familiennamen, den alle entweder nie verstehen oder sofort wieder vergessen. Wird mich das aus meiner Identit\u00e4tskrise f\u00fchren?<\/p>\n<p>Nein, kaum. Dann nennt mich doch lieber <strong>Walti Br\u00f6blin<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Wer bin ich \u00fcberhaupt? Wozu bin ich auf und in dieser Welt? 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